AIFactum Handlungsbedarf für Arbeitgeber: KI-Einsatz am Arbeitsplatz

Handlungsbedarf für Arbeitgeber: KI-Einsatz am Arbeitsplatz

Chancen, Risiken und notwendige Maßnahmen

Stell dir vor: du kommst morgens in das Büro, und dein digitaler Assistent hat nicht nur deine E-Mails priorisiert, sondern überdies bereits einen Entwurf für die Präsentation erstellt, an der du gestern noch verzweifelt bist. Was tatsächlich wie Science-Fiction klingt, ist in wirklich vielen Unternehmen schon längst Realität. ChatGPT, Copilot und Co. haben zweifellos unsere Arbeitswelt im Sturm erobert, und zwar tatsächlich alle! Dadurch werden gemischte Gefühle ausgelöst: Einerseits gibt es viel Begeisterung über die neuen Möglichkeiten, andererseits auch viel Sorge um Datenschutz und Arbeitsplätze.

Für dich als Arbeitgeber impliziert diese schnelle Evolution mehr als nur den Erwerb neuer Software. Du stehst vor der überaus anspruchsvollen Aufgabe, zwischen Innovation und Regulation stets zu navigieren. Durch den kürzlich verabschiedeten EU AI Act kommen ab 2025 auf dein Unternehmen strenge Vorgaben zu, die du nicht ignorieren kannst. Zugleich warten einige enorme Chancen auf dich.

In diesem Artikel tauchen wir in die Welt zwischen Bits und Paragraphen, zwischen KI-Revolution und rechtlichen Grenzen ein. Wir zeigen dir ganz konkret auf, welche Handlungsfelder denn jetzt Priorität haben sollten, und natürlich auch wie du nicht nur rechtliche Fallstricke vermeidest, sondern auch die Potenziale von KI wirklich zum Wohle deines Unternehmens und deiner Mitarbeiter nutzen kannst.

1. Regulatorischer Rahmen: EU AI Act und weitere Vorgaben

Ein zentraler Faktor, der in der Diskussion um den KI-Einsatz am Arbeitsplatz immer wieder auftaucht, ist der neu verabschiedete EU AI Act. Nach drei Jahren intensiver Verhandlungen zwischen dem EU-Parlament und dem EU-Rat wurde im August 2024 ein umfassendes Regelwerk verabschiedet, das ab 2025 sukzessive in Kraft tritt. Der Gesetzgeber verfolgt mit diesem Act das Ziel, Risiken, die durch den Einsatz von KI entstehen, zu minimieren und gleichzeitig Innovationen nicht zu behindern.

Was bedeutet das für Unternehmen?
Arbeitgeber müssen künftig ihre eingesetzten KI-Systeme genau analysieren und in Risikokategorien einteilen. Besonders kritisch sind dabei Hochrisiko-KI-Systeme, die im Personalbereich – etwa bei der Bewerberauswahl, bei Beförderungsentscheidungen oder bei der Leistungsüberwachung – eingesetzt werden. Für diese Systeme greifen strenge Auflagen: Sie müssen beispielsweise fortlaufend überwacht und von ausreichend geschulten Mitarbeitern beaufsichtigt werden. Ferner schreibt der AI Act vor, dass automatisch generierte Protokolle für mindestens sechs Monate gespeichert werden müssen, um im Falle eines Fehlverhaltens nachvollziehbar zu sein.

2. Datenschutz und DSGVO: Mehr als nur Pflichtprogramm

Neben dem EU AI Act müssen Unternehmen auch die datenschutzrechtlichen Vorgaben der DSGVO strikt einhalten. Besonders relevant ist hierbei Art. 22 DSGVO, der sicherstellt, dass keine ausschließliche automatisierte Entscheidung getroffen wird, die rechtliche Wirkung entfaltet oder den Betroffenen erheblich beeinträchtigt.

Die Konsequenzen:
Wenn KI-Systeme zur Personalentscheidung herangezogen werden, muss immer eine Plausibilitätskontrolle durch einen Menschen erfolgen. Zudem ist es unabdingbar, dass personenbezogene Daten nicht unkontrolliert verarbeitet werden – dies gilt auch für den Einsatz von generativen KI-Tools wie ChatGPT. Arbeitgeber müssen klare Richtlinien dafür aufstellen, welche Daten in KI-Systemen verarbeitet werden dürfen und welche nicht. Datenschutzverstöße können schnell zu empfindlichen Strafen führen, weshalb regelmäßige interne Audits und Schulungen zum Datenschutz essentiell sind.

3. Interne Maßnahmen: Schulungen, Transparenz und Mitbestimmung

Angesichts der neuen regulatorischen und datenschutzrechtlichen Herausforderungen ist es für Arbeitgeber unerlässlich, den Einsatz von KI systematisch anzugehen. Hierzu gehören vor allem drei zentrale Maßnahmen:

a) Schulungen und Kompetenzaufbau

Der Aufbau von KI-Kompetenzen ist ein entscheidender Schritt, um nicht nur den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, sondern auch das Potenzial von KI im Unternehmen voll auszuschöpfen. Mitarbeiter – von der Führungsebene bis hin zu den operativen Teams – müssen verstehen, wie KI-Systeme funktionieren, welche Risiken sie bergen und wie sie diese Tools zielführend einsetzen können.

Beispielsweise empfiehlt es sich, regelmäßige E‑Learning-Module und Workshops anzubieten, die neben technischen Grundlagen auch ethische und datenschutzrechtliche Aspekte beleuchten. Schulungsprogramme sollten stets aktuell gehalten und an den spezifischen Bedarf des Unternehmens angepasst werden.

b) Transparenz und interne Kommunikation

Ein wesentlicher Handlungsbedarf besteht darin, den Einsatz von KI im Unternehmen transparent zu gestalten. Arbeitgeber sollten offen kommunizieren, welche KI-Tools zu welchen Zwecken eingesetzt werden. Diese Transparenz hilft nicht nur, das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen, sondern erleichtert auch die Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, die durch KI unterstützt oder getroffen werden.

Eine transparente Darstellung der Funktionsweise der eingesetzten Systeme – etwa durch technische Dokumentationen und regelmäßige interne Berichte – kann dabei helfen, die „Black-Box“-Problematik vieler KI-Anwendungen zu entschärfen. Außerdem sollte klar definiert werden, in welchem Umfang KI-gestützte Prozesse zur Entscheidungsfindung herangezogen werden, sodass immer ein menschlicher Entscheidungsträger eingebunden bleibt.

c) Einbindung des Betriebsrates und Mitbestimmungsrechte

Ist im Betrieb ein Betriebsrat vertreten, muss dieser bei der Einführung und Änderung von KI-Systemen unbedingt eingebunden werden. Das Betriebsverfassungsgesetz schreibt vor, dass Mitarbeitervertretungen bei grundlegenden Änderungen der Arbeitsorganisation und bei der Einführung neuer Technologien beteiligt werden.

Durch die frühzeitige Einbindung des Betriebsrates können nicht nur arbeitsrechtliche Konflikte vermieden werden, sondern auch Bedenken und Verbesserungsvorschläge direkt in den Implementierungsprozess einfließen. Dies ist besonders wichtig, wenn es um den Einsatz von Hochrisiko-KI-Systemen im Personalbereich geht.

4. Chancen und Potenziale: Mehr als nur Risiko

Obwohl der Einsatz von KI mit zahlreichen Herausforderungen verbunden ist, eröffnen sich zugleich enorme Chancen. Moderne KI-Anwendungen können Routineaufgaben automatisieren und dadurch die Effizienz und Produktivität erheblich steigern.

Beispiele aus der Praxis:

  • Digitale Assistenten: Tools wie Copilot unterstützen Mitarbeiter beim Verfassen von E‑Mails, Erstellen von Berichten oder Planen von Terminen. Dadurch können sich die Beschäftigten verstärkt auf strategische und kreative Aufgaben konzentrieren.
  • Personalisierte Lernhilfen: KI-basierte Systeme können individuelle Lernpfade erstellen, wie beispielsweise der Einsatz von Syntea an Hochschulen, was zu einer besseren und passgenaueren Weiterbildung führt.
  • Optimierung von Geschäftsprozessen: Unternehmen wie BMW, Siemens oder Volkswagen setzen KI bereits ein, um Produktionsprozesse zu optimieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Diese Investitionen in Technologie und Schulungen tragen langfristig zur Sicherung des Unternehmensstandorts bei.

5. Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber

Um den Handlungsbedarf zielgerichtet anzugehen, sollten Unternehmen folgende Schritte umsetzen:

  1. Bestandsaufnahme und Analyse:
    Führen Sie eine umfassende Bestandsaufnahme aller im Unternehmen eingesetzten KI-Systeme durch. Klassifizieren Sie diese nach ihrem Risikopotenzial und identifizieren Sie Bereiche, in denen besonders hohe regulatorische Anforderungen gelten.
  2. Entwicklung eines Maßnahmenplans:
    Erarbeiten Sie einen Maßnahmenplan, der sowohl technische als auch organisatorische Schritte umfasst. Dazu gehören die Implementierung von Schulungsprogrammen, die Einrichtung interner Audit- und Kontrollmechanismen sowie die Formulierung von Betriebsvereinbarungen.
  3. Einrichtung eines internen KI-Koordinators:
    Bestimmen Sie einen Verantwortlichen, der als zentraler Ansprechpartner für alle KI-bezogenen Themen fungiert. Dieser sollte regelmäßig mit dem Betriebsrat und den Fachabteilungen kommunizieren, um sicherzustellen, dass alle relevanten Regelungen und Schulungen eingehalten werden.
  4. Transparenz und Kommunikation:
    Stellen Sie sicher, dass alle Mitarbeiter über den Einsatz von KI informiert sind. Nutzen Sie interne Kommunikationskanäle, um regelmäßig Updates zu geben und Feedback einzuholen.
  5. Evaluation und kontinuierliche Verbesserung:
    Etablieren Sie Prozesse zur kontinuierlichen Evaluation des KI-Einsatzes. Überprüfen Sie regelmäßig, ob die eingesetzten Systeme noch den aktuellen regulatorischen Anforderungen entsprechen und passen Sie interne Richtlinien bei Bedarf an.

6. Ausblick: KI als Chance zur Transformation der Arbeitswelt

Die fortschreitende Digitalisierung und der Einsatz von KI eröffnen nicht nur Risiken, sondern auch signifikante Chancen für Unternehmen. Arbeitgeber, die frühzeitig in KI-Kompetenzen, transparente Prozesse und eine enge Zusammenarbeit mit ihren Mitarbeitern investieren, können sich strategische Wettbewerbsvorteile sichern.

Langfristig wird der gezielte Einsatz von KI dazu beitragen, Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten, Mitarbeiter von monotonen Aufgaben zu entlasten und Raum für innovative Tätigkeiten zu schaffen. So kann KI nicht als Bedrohung, sondern als wertvolles Instrument zur Transformation der Arbeitswelt gesehen werden.

Was du als Arbeitgeber jetzt tun musst

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz erfordert von Arbeitgebern ein hohes Maß an Weitsicht und strategischer Planung. Die neuen regulatorischen Vorgaben – insbesondere der EU AI Act und die Anforderungen der DSGVO – setzen klare Rahmenbedingungen, deren Einhaltung für Unternehmen verpflichtend ist. Gleichzeitig bieten moderne KI-Anwendungen die Chance, Prozesse zu optimieren und innovative Arbeitsmodelle zu entwickeln.

Die KI-Revolution ist längst keine ferne Zukunftsvision mehr – sie findet jetzt statt, in Deinem Unternehmen, an deinen Arbeitsplätzen. Wie bei jeder technologischen Umwälzung gibt es Vorreiter und Nachzügler. Zu welcher Gruppe du gehören möchtest, liegt in deiner Hand.

Mit den richtigen Maßnahmen – von transparenter Kommunikation über fundierte Schulungen bis hin zur klugen Einbindung Deines Betriebsrats – kannst du den Wandel nicht nur bewältigen, sondern aktiv gestalten. Denk daran: KI ist kein Selbstläufer, sondern ein Werkzeug, dessen Wert von seinem Umgang damit abhängt.

Nimm die Herausforderung an. Investiere jetzt Zeit in die nötigen Anpassungen und schaffe eine Unternehmenskultur, in der KI nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung wahrgenommen wird. So wirst du nicht nur die rechtlichen Anforderungen erfüllen, sondern dein Unternehmen für die digitale Zukunft optimal positionieren.

Die Frage ist nicht mehr, ob KI deine Arbeitswelt verändern wird – sondern wie du diese Veränderung zum Vorteil aller gestaltest. Deine Entscheidungen heute bestimmen deinen Erfolg von morgen. Bist du bereit?


Hinweis: Dieser Artikel enthält Inhalte, die mit Unterstützung eines KI-Systems erstellt wurden. Die Inhalte wurden anschließend von einem Menschen mit ❤️ überprüft und bearbeitet, um Qualität und Richtigkeit sicherzustellen.


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