OpenClaw (früher bekannt als Clawdbot oder Moltbot) gehört aktuell zu den spannendsten Open-Source-Projekten im Bereich KI-Agenten. Im Gegensatz zu klassischen Chatbots wie ChatGPT, die quasi nur Text liefern, handelt es sich bei OpenClaw um einen eigenständigen Agenten, der direkt auf dem System läuft. Er verbindet moderne LLMs mit dem eigenen Computer und lässt sich managen, ganz bequem über WhatsApp, Telegram oder Discord.
Was man über OpenClaw wissen muss
Das Alleinstellungsmerkmal von OpenClaw ist die Kombination aus drei Kernfunktionen:
- Vollzugriff auf das System: Der Agent kann Dateien lesen/schreiben, Terminal-Befehle ausführen und den Browser steuern.
- Persistentes Gedächtnis: Er lernt deine Vorlieben und merkt sich Informationen über verschiedene Sitzungen hinweg.
- Der „Heartbeat“: OpenClaw kann proaktiv handeln. Er wartet nicht nur auf Befehle, sondern kann Aufgaben nach Zeitplan erledigen (z. B. tägliche Zusammenfassungen senden).
Wichtiger Hinweis zur Sicherheit: Da OpenClaw tiefgreifende Rechte auf deinem PC hat, sollte er idealerweise in einer isolierten Umgebung (VM oder dedizierter Server) betrieben werden.
Hardware-Anforderungen
OpenClaw selbst ist extrem leichtgewichtig (Node.js-basiert), die Hardware-Wahl hängt primär davon ab, ob die KI-Logik lokal oder per API berechnet wird.
| Szenario | Empfohlene Hardware |
| API-Betrieb (Cloud-LLMs) | Jeder PC/Mac mit mind. 2 GB RAM (auch Raspberry Pi 4/5 oder ein günstiger VPS für ca. 5€/Monat). |
| Lokaler Betrieb (Ollama) | Mind. 16 GB RAM (besser 32 GB+) und eine dedizierte GPU (z.B. RTX 3060+) oder ein Mac mit Apple Silicon (M1/M2/M3). |
| 24/7 Server | Ein gebrauchter Mac Mini oder ein kleiner Intel NUC sind ideal für den Dauerbetrieb bei geringem Stromverbrauch. |
Unterstützte LLMs (Die „Gehirne“)
OpenClaw ist modell-agnostisch. Du kannst zwischen High-End-Cloud-Modellen und privaten lokalen Modellen wählen:
- Cloud-API (Empfohlen für Leistung):
- Anthropic Claude 4.5: Gilt als Goldstandard für Coding- und Systemaufgaben.
- Google Gemini 3 Flash: Extrem schnell und oft kostengünstig (oder sogar kostenlos im Free-Tier).
- OpenAI GPT-5: Der Allrounder für zuverlässige Task-Erledigung.
- Lokal (Empfohlen für Datenschutz):
- Über Ollama können Modelle wie Llama 3, Mistral oder Qwen eingebunden werden. Voraussetzung ist hier die entsprechende Hardware-Power.
Installation: So startest du durch
Die Entwickler haben den Installationsprozess radikal vereinfacht. Unter macOS und Linux (inkl. Windows WSL2) reicht meist ein einziger Befehl.
1. Der „One-Liner“
Öffne dein Terminal und gib folgenden Befehl ein:
Bash
curl -fsSL https://openclaw.ai/install.sh | bash
2. Der Onboarding-Wizard
Nach dem Download startet automatisch ein interaktiver Assistent im Terminal:
- Mode-Wahl: Wähle „Local“, wenn der Bot auf deinem aktuellen Rechner laufen soll.
- LLM-Anbindung: Hier gibst du deinen API-Key (z. B. von Anthropic oder Google) ein oder verbindest deine lokale Ollama-Instanz.
- Messaging-Kanal: Verbinde deinen bevorzugten Messenger. Am einfachsten ist Telegram (erfordert einen Bot-Token vom @BotFather).
3. Start & Nutzung
Sobald der Dienst läuft (als Hintergrund-Prozess), kannst du deinem Bot einfach eine Nachricht bei Telegram schreiben: „Zeig mir die CPU-Auslastung“ oder „Erstelle einen Ordner ‚Projekt-X‘ auf dem Desktop“.
Fazit zu OpenClaw
OpenClaw verwandelt deinen Computer in einen persönlichen digitalen Mitarbeiter. Es erfordert eine gewisse Lernkurve bei der Absicherung, bietet dafür aber eine Freiheit, die geschlossene Systeme niemals erreichen werden.

